Die Vielfalt der Emotionen an der Börse

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Hätte ich irgendwo gelesen oder man hätte mir gesagt das die Emotionen ein wichtiger Faktor beim Handeln an der Börse bzw. im Finanzmarkt ist, so hätte ich mich besser darauf vorbereitet. Als ich vor etwa 4 Jahren mich mit dem Daytrading  beschäftigt habe, ging ich davon aus, das durch das klicken auf „kaufen“ und „verkaufen“ bei meinem Broker das Geld von Alleine kommt und eine nette Nebenbeschäftigung sei. Als Mann spricht man ja nicht über Gefühle!.

Vor allen Dingen nicht mit sich selber ( Thema Selbsteinschätzung ). Seien wir ehrlich, jeder denkt von sich aus man ist der Hahn im Korb und man hat alles unter Kontrolle als Anfänger. Die Erkenntnisse die ich als angehender Daytrader gemacht habe sind:

Dass die Emotionen als Anfänger dich fest im Griff haben. Ich zeige dir mal auf was an Emotionen auf dich zukommen kann.

Die Emotionen

Fangen wir an mit der Freude. Die kommt auf wenn man zum ersten Mal ein Konto eröffnet und vielleicht das erste Mal einen Trade oder Aktie kauft/eröffnet und das Geld sofort für dich arbeitet. Man steckt voller Tatendrang und Euphorie, man hat sich ein bisschen Informiert und man ist bereit dem Markt zu zeigen, wer du bist und was du kannst!.

Nach wahrscheinich kurzer Zeit kommt dann der Faktor Frust oder auch Angst auf dich zu, wenn z.B (in diesem Beispiel als Daytrader) der Kurs ins Bodenlose fällt und man auf Long eingestellt war und man nicht so ganz genau weißt, was man nun tun soll als Anfänger. Die Angst kommt dann auf, wenn man unsicher ist ob es nun die richtige Kauf möglichkeit gibt oder nicht.

Gier

Die Umkehr-folge von Angst und Frust wäre dann die Gier. „Ich will schnell reich werden, komme was da wolle“ und „Dem Markt zeig ich schon was ich kann, der wird sich umgucken“ . Durch planloses Management und Glück steigen die Einnahmen und man will immer mehr und immer schneller das Geld vermehren.

Man Achtet vielleicht sogar nicht mehr genau was um einem herum passiert, man vernachlässigt einige Tagesabläufe und man versinkt in einem Sumpf der Gier und ehe es man versieht ist nach einer Gierigen Phase alles Weg, weil man nur durch Glück soweit gekommen ist aber keine richtige Strategie verfolgt. Hier wäre der Punkt wo die meisten aufgeben, weil es dann einmal nicht geklappt hat und man All In gegangen ist.

Wut und Verzweiflung

Von der Gier kommt man dann ohne Umschweife  zu Wut und Verzweiflung. Die schnelle Einnahmen werdem umgemünzt in negativen Zahlen (d.H dein Kapital sinkt rapide) und man ist wütend auf den Markt, nicht auf einem selber, es kommen dann Sätze wie „Der Markt ist schuld“ oder „Der wusste ganz genau wo mein SL (Stopp Loss) ist und die großen Player haben bewusst den Kurs dagegen gepusht“.

Hier ein wichtiger Satz den du dir unbedingt merken solltest:

„Der Markt ist es scheiss egal was du tust!“

Verzweiflung kommt dann auf, wenn man seine Fehler erkennt und alles hinterfragt, ob das so alles seine Richtigkeit hat, man traut sich auf einmal nicht mehr irgendwelche Positionen einzugehen oder Aktie zu kaufen .

Der Sprung zu Gier in die Sucht ist auch hier an der Börse ein Katzensprung. Die Zinsen sind tief und Kredite sind leicht zu haben, aber ich schreibe das hier in voller Deutigkeit:

„Handel nur mit Geld was du nicht gebrauchen kannst bzw. was du über hast“ Solltest du Anfangen Geld von anderen zu leihen, tue es nicht!“

Dann lass es lieber und das Trading ist einfach nichts für dich, punkt. Kein Wenn und Aber. Die Statistik „das 90% aller klein Anleger ihr Geld verlieren“ kommt zum größtenteils daher, das sie kein Plan und keine Struktur in ihrem Handel haben und lieber Geld verbrennen was nicht ihres ist.

Die positiven Emotionen

Es gibt aber auch positive Emotionen an der Börse wie Euphorie, wenn dein Setting und deine Strategie einfach harmonisch mit dem Markt abgestimmt sind und keiner ein Aufhalten kann.

Auch der Mut gehört dazu, es klingt vielleicht banal und bei einigen geht es locker aus der Hand und bei anderen dauert dies, aber quasi sein hart verdientes Geld einfach so aus der Hand zu lassen und für einen zu Arbeiten gehört in meinen Augen  Mut dazu.

Selbstbewusstsein und Vertrauen sind auch wichtige Faktoren für ein beständiges und profitabel handeln an der Börse. Diese sind gute Garanten dafür dass es läuft und selbst wenn es mal nicht so gut läuft kann man daran Vertrauen, das die ausgewählte Strategie und Mindset die richtige ist, obwohl der Markt einen Abflug nach unten macht.

Erschwerend kommt dazu zu den oben genannten Emotionen, dass diese im Daytrading so ziemlich häufig und sehr schnell erscheinen, quasi im Minutentakt. Man kann auch sagen das diese Emotionen einen mit nimmt auf die Achterbahn der Gefühle und einen ordentlich durchschüttelt.

Lösungsansätze

Nun wie kann man diese nun Kontrollieren. Es gehört auf jeden Fall eine ordentliche Portion Selbstreflektierung. Ich empfehle diese auf einem Notizblock oder in Form eines Tagebuches zu schreiben. Ja ich weiß, es klingt nicht Männlich genug um sich was aufzuschreiben ,aber nur so kannst du vieles über dich selbst lernen. Rede vor allen mit deinem/r Partner/in darüber, auch sie wird davon ein Teil sein. Gegen den Markt zu Arbeiten ist eine Sache, dann auch noch den Partner erklären das es das richtige ist und sie vielleicht Bedenken äußert ist eine andere Sache. Man kämpft quasi an zwei Fronten.

Mach regelmäßige Pausen, du wirst nichts verpassen, denk immer daran der Markt läuft auch ohne dich. Du bist in seinen Augen ein niemand (außer du bist der amerikanische Präsident aber das ist eine andere Geschichte) ob du nun da bist oder nicht ist ihm völlig egal.

Das solltest du zu deinen Vorteil nutzen, greife dann an wenn es dir passt und nicht dann wenn der Markt es so will. Versuche beim Trading die Gefühle außen vor zu lassen, sie hat dort keinen Platz, sie nerven nur und sind quasi ein Klotz am Bein.

Zu den regelmäßigen Pausen und dem aufschreiben von Notizen, würde ich auch noch empfehlen spazieren zu gehen, ja du hast richtig gehört, beweg dich. Nimm dir eine Auszeit aus deinem Tradingraum, wo auch immer der ist. Jemand hat mir mal erzählt, dass wenn er eine Position aufgemacht hat er sofort nach draußen gegangen ist und eine Runde am Laufen war.

Ist deine Position offen und ausgelöst, kannst du sowieso nichts dran ändern genauso ist es auch mit Aktien. Du kannst den Kurs nicht beeinflussen mit deinen Augen, selbst sich das schön zu reden klappt überhaupt nicht, lass es einfach sein.Fasse ich das mal zusammen:

Zusammenfassung

Es ist am Anfang schwierig seine Gefühle unter Kontrolle zu halten. Wenn eins der oben genannten Gefühle auftauchen mach eine Pause, schreib dir auf warum sie plötzlich kam, schau was in dein Umfeld passiert ist und was deine Position zu der Zeit gemacht hat. Suche dir eine Abwechslung und rede mit deinem Umfeld darüber, das hilft dir bei deiner Selbstreflektion. Schaue regelmäßig in deinen Notizen nach. Du wirst erstaunt sein was du damals vor 5 Monaten geschrieben hast.

Sollte dich das Thema Emotionen beim Trading interessieren, kannst du mir gerne Fragen stellen oder mir auf Instagram folgen. Auf meiner Homepage: https://www.experiencetrading.blog/ schreibe ich Tagebuch über mein Leben als angehender Investor auf und welche Emotionen ich dabei durchlebe. Ich hoffe der Beitrag hat dir gefallen und über ein Kommentar würde ich mich sehr freuen.

Ich wünsche dir noch einen angenehmen Tag

Dein Exp-Trader Christian  

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